Was hat Meditation mit Achtsamkeit zu tun?

Erfahrt hier warum das Meditieren bei der Achtsamkeits-Praxis so eine große Rolle spielt.

Warum überhaupt meditieren?

Die wohl treffendste, aber auch vielschichtigste Erklärung dazu, welchen Zweck „Meditation“ hat ist für mich:

Ich meditiere um „die Welt so zu sehen, wie sie tatsächlich ist“.

Auf den ersten Blick klingt das irgendwie kryptisch und die genaue Aussage dieses Erklärungsansatzes ist eventuell auch nicht gleich ersichtlich. Was heißt es denn „etwas zu sehen, wie es tatsächlich ist“? Was beeinflusst uns, wenn wir nicht erkennen „was tatsächlich ist“?

Immer wenn wir etwas wahrnehmen, fließen in unsere Wahrnehmung Bewertungen, Erfahrungen und subjektive Sinneseindrücke ein. Das kann zum Beispiel beeinflussen wie wir die Dinge wahrnehmen.

Wenn wir etwa schonmal eine negative Erfahrung mit einer, gerade auftretenden Situation gemacht haben, beeinflusst uns diese Erfahrung beim Wahrnehmen der jetzigen Situatuion. UNBEWUSST nehmen wir die Situation dann nicht so wahr, wie sie jetzt gerade „tatsächlich ist“ – denn über dieser Situation hängt der Filter der Vergangenheit. Wir sind auf diese Weise in unserer Wahrnehmung geprägt bzw. „vorbelastet“ und somit nicht objektiv.

Und genauso ist es mit Ängsten, die wir gegenüber zukünftigen Ereignissen hegen. Diese Ängste beschreiben nicht das „was tatsächlich ist“, sondern das was sein KÖNNTE.

Meditation als Instrument der Achtsamkeitspraxis

Wie im Beitrag „Was ist Achtsamkeit?“ beschrieben, ist der Schlüssel zum Achtsamsein, (gedanklich) im „Hier & Jetzt“ zu leben – also absolute Gegenwärtigkeit. Das „zu sehen, was tatsächlich ist“, heißt in diesem Sinne nichts anderes, als beim Meditieren die Wahrnehmung auf das zu reduzieren was der jetzige Moment anbietet – ohne die Vergangenheit oder die Zukunft zu wälzen, zu durchdenken oder zu planen. Ganz bei sich sein. Ganz bei dem absoluten gegenwärtigen Moment sein.

Das Mediations-Objekt als Anker zur Gegenwart

Die Meditation bietet uns hier, als Instrument in der Achtsamkeitspraxis, das sogenannte Meditations-Objekt als „Anker zur Gegenwart“ an. Das weit verbreiteste und aus meiner Sicht zugänglichste Meditations-Objekt ist der eigene ATEM. Der eigene Atem ist immer da. Er ist Spiegel, der eigenen Verfassung – mal flach, mal hektisch, mal tief, mal erschöpft. Unser Atem trägt uns durch’s Leben, ohne dass wir ihn dazu auffordern müssen. Der Atem lehrt uns sogar wie wichtig es im Leben ist, loszulassen (Ausatmen) um Platz für Neues zu schaffen (Einatmen).

Und so fordern einige stille Mediationen in aller Einfachheit dazu auf, sich auf den eigenen Atem zu konzentrieren. Das Einatmen, das Ausatmen und sogar die kurzen Atempausen die zwischen den Atemzügen stattfinden sind das ideale Meditations-Objekt. DENN:

Der Atem findet im HIER & JETZT statt. Jedes Einatmen, jedes Austamen, jede Pause dazwischen ist jetzt. Und jetzt. Und jetzt.